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Mit dem gleichnamigen Album meldet sich Tilo George Copperfield erstmals als Solist. Wer kennt ihn nicht als Frontman der 3 Dayz Whiskey, einer Band, die nicht nur im heimischen Gäu unterwegs ist. Die CD erfreut mit 12 eigenen Songs unterschiedlichster Couleur. Das Album kommt in Tilos bekannter Selbstdarstellungsmanier im Lonesome Cowboy Stil, auf dem Inlay findet man die wichtigen Hinweise zur CD, ein kleines Booklet, aber leider nur einen der 12 Texte. Jetzt singen die Europäer i.A. ein verständliches Englisch, so dass man den Inhalten auch ohne Lyrics gut folgen kann.

Wer sich in München auskennt, merkt sofort die Handschrift, die hinter den Songs steckt, ohne das Booklet zu lesen: Die Kraft im Hintergrund ist Dr. Will & the Wizards samt Ludwig Seuss am Keyboard. Ich hatte Tilo im Vorfeld bereits mal gesagt, dass das Team ein Garant für Erfolg ist. Aber dass die Spur, die Dr. Will hinterlassen hat, so markant ist, wird beim Hören erst deutlich. Eigentlich fast schade, dass sich ein Bluesgitarrist die Mühe von 12 Songs macht und sie dann so stark von Dr. Will als Produzent geprägt sind.

Die Nummern pendeln zwischen harten Bluesrocknummer mit mächtig Gitarrenzerrung wie bei „Going down fighting“ oder „3:3o Blues“ bis zu  coolen Texas-Blues-Nummern wie „El Paso“, die auch aus der Feder von J.J. Cale stammen können: Cool, Laid back, man spürt förmlich die lähmende Hitze in Texas. Und da zieht der Tausendsassa Copperfield noch die Countrynummer „Life in hell“ aus dem Hut. Die Bandbreite der Stile auf der CD ist groß und daher wird es nie langweilig.  Prächtig die Orgel und die Slidegitarre im Intro von „The fire went out“. Die Bikernummer „Motocycle Bandit“ darf natürlich nicht fehlen, wenn man über El Paso schreibt. In „City of Angels“ kommt der Pate im Hintergrund am deutlichsten hervor: Fingerschnippen, die Snare mit Besen gespielt, der Kontrabass von Jürgen Reiter und Dr. Will an den Drums macht eine tolle und swingende Nummer aus dem Stück. Da bleibt kein Knie ruhig. Wenn man dann eingeswingt ist, holt einen „Spoonful of Blues “ wieder in die Realität zurück: Hart, rockend, rollend geniest man Löffel für Löffel die Suppe, welche Tilo George Copperfield eingefüllt hat. Was für ein Kontrast dann: „Headless Bill“ eine rhythmische und akustische Nummer mit cubanischen Elementen: Teufel Teufel Voodoo Zauber.

Die CD ist sauber produziert, im Vordergrund stehen solide Songs aus der Feder von T. G. Copperfield, handwerklich gut umgesetzt auch wenn seine Stimme mehr der harten Fraktion statt dem Belcanto zuzuordnen ist. Aber das sind wir ja von 3 Dayz Whiskey gewohnt sind, wenn sie im niederbayerischen Bierzelt die Massen mit Bluesrock mobilisieren.

Die Soloaktivitäten von T.G. Copperfield sind derzeit hier zu finden: https://www.facebook.com/TGCopperfield/

Die Bandaktivitäten könnt Ihr hier verfolgen: http://3dayz.de/home.html

 


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