Der Walzer ist im 3/4-Takt, der Blues hat 12 Takte und Diehlmann spielt gewohnten Bluesrock. Der Uninteressierte stöhnt:“ Schon wieder der Diehlmann?“ und der Fan schreit begeistert:“ Schon wieder der Diehlmann!“. Mit dem neuen Album „Mercy on me“, das im September 2020 erscheint, bringt Andreas Diehlmann mit seinen Mitmusikern Jörg Sebald und den von den vorherigen Produktionen bekannte Schlagzeuger Tom Bonn sein 5. ADB Album heraus. Es kommt im einfach gestalteten doppelseitigen Pappcover, hat 9 von Andreas Diehlmann selbst geschriebene Songs für uns und ist ohne weitere Beilagen oder Informationen. Wie immer aufgenommen im kleinen hauseigenen Mountain Meadow Studio in Kassel, wo sich auch Andreas Diehlmanns Musikschule befindet.

Warum könnte man unterschiedlichster Meinung zum Album sein? Es stellt im Vergleich zu den vorherigen Alben stilistisch nichts Neues dar. Aber das, was wir zu hören bekommt, ist genau das, was wir von der ADB kennen und wünschen: Knackige, kompromisslose Songs, Gitarrenriffs und Reminiszenzen an Musiker und Sounds der Bluesrockvergangenheit. Bereits der erste Song „Price to pay“ beginnt bombastisch. Mit einem Sound, der aus dem Ende eines Canyons stammen könnte, führt uns ADB ins neue Album ein. Andreas Diehlmann spielt und singt in bekannte Manie: Rauh und schnörkellos, packend und mitreis(s)end durch seine Bluesrockwelt. „Evil ways“ ist ein Shoutsong, das Gitarrenriff wird vom Chorgesang massiv aufgenommen und unterstützt, um das Böse der Welt herauszustellen. Dann ein Solo, wie es ZZTOP nicht besser einfügen könnten. Punktgenau kommt „Leave me alone“: Der Körper des Zuhörers kann nicht anders als auf 2 und 4 sich mitzuwiegen. Und das ewig gute Muster: Riff – Auflösung – Gesang – Auslösung – Break – Riff und das Ganze von vorne. Bei „Black moon“ kommen einem dann auch genau 3 Buchstaben in den Sinn: SRV. Andreas Diehlmann schafft es immer wieder, solche alten Gitarrensounds aufzunehmen ohne direkt einen der alten Gitarrenhaudegen zu kopieren. „Come on over“ ist so locker flockig, dass es aus Macon, Georgia stammen könnte. Rockiger Slidesound aus der E-Gitarre, mit dem er sein Girl bezirzen möchte, doch mal rüber zu kommen. „Got to get it over“ beruht auf dem alten Riff von „Same thing“, was locker swingt und dann von einen geschmeidigen Solo übermalt wird. 1 – 2 – 3 – 4 und los geht es mit einem Boogie über die Notwendigkeiten des Lebens: „You got no clue“: Er braucht sie, aber sie weiß das nicht. Nach der schweren Kost der vorherigen Bluesrocksongs eine willkommene Abwechslung im Chuck Berry Rhythmus. Und wieder eine weit entfernte Erinnerung an alte Sounds und Songs: „Shadow of memories“. Wer erinnert sich nicht an den Sänger mit Batikshirt, zotteligen Haar und seinen unrhythmischen Luftgitarrenbewegungen auf dem wohl bekanntesten Musikfestivals. Der Titelsong „Mercy on me“ schließt mit einem Gebet an seinen „Lord“ das Album ab. Moderner Gitarrensound über einem Riff, der den Song und das Album beendet. Lieber Andreas Diehlmann, das gibt es keine Gnade – Dieses Album ist mal wieder eine tolle Leistung, vor allem weil der CD-Verkauf für viele Musiker die einziger Einnahmequelle in COVID-19-Zeiten ist und sein wird.

Munich Talk Hörempfehlung: „Mercy on me“ weil es moderner Bluesrock ist und „Shadows of memories“, weil es Erinnerungen an Woodstock weckt.

Munich Talk Resumeé: Nichts Neues aber dafür wieder mal Klasse – Knackiger Gitarrensound im Trio!

Das Album wird es als CD, Download und Vinyl (180g) geben. Bestellbar im ADB Shop https://www.andreasdiehlmann.de/shop 

Songliste:

  1. Price to pay 4:06
  2. Evil ways 4:14
  3. Leave me alone 4:27
  4. Black moon 4:48
  5. Come on over 3:31
  6. Got to get over it 5:45
  7. You got no clue 4:00
  8. Shadows of memories 7:44
  9. Mercy on me 4:50

Videos:

Das Video zum Album ist gerade in Vorbereitung. Derweil als Teaser:

https://www.facebook.com/AndreasDiehlmannBand/videos/1237489469944493

Links:

https://www.andreasdiehlmann.de/

https://www.facebook.com/AndreasDiehlmannBand/

Hörproben:

https://www.andreasdiehlmann.de/mom


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