Shawn Pittman – Make it right!


Shawn Pittman (aus dem Pressetext):

Im April 2020 erscheint das Album „Do it right!“ von Shawn Pittman. Und obwohl er meist mit dem Lone Start Staat Texas in Verbindung gebracht wird, stammt der Sänger und Gitarrist eigentlich aus Oklahoma. Pittman zog aber mit 19 Jahren nach Dallas in Texas, wo der an der Booker T Washington High School of the Performing Arts studierte.

Später fiel er von der Schule, übernahm aber von seinem Onkel die Vorliebe für die Musik, der ihn damals immer mit in die Schooner’s jam in Dallas nahm. Dort traf er zum ersten Mal Sam Myers einen US-amerikanischer Blues-Musiker. Laut Pittman war Sam Myers einer der bestern Musiker, mit den Pittman jemals musiziert hat. Und Pittmans Comusiker ist wie das Who-is-Who der amerikanischen Musikszene: Die Musikern von Double Trouble sowie James Cotton , Matt „Guitar“ Murphy , Hubert Sumlin , Kim Wilson , Lou Ann Barton , Gary Clark Jr. und Susan Tedeschi. Weitere Ausbildung und Inspiration kam von lokalen Musiker wie Mike Morgan und Hash Brown.

Sein erster Album “Blues From Dallas”  wurde 1996 aufgenommen und später dann noch mal für sein amerikanisches Debut 1997 als “Burnin’ Up” auf dem kurzlebigen Cannonball Records Label veröffentlicht. Das zweite Album “Something’s Gotta Give,” hat Jim Gaines produziert und folgte dann 1998. Pittman tourte 1999 als Rhythmusgitarrist kurz bei Susan Tedeschi, aber gerade lange genug um mit ihr einen TV-Auftritt in der Conan O’Brian Show zu haben. Im Folgejahr zog er nach Austin und nahm dort sein drittes Album “Full Circle” auf und wurde dabei von Stevie Ray Vaughans Rhythmusgruppe Double Trouble unterstützt. In 2004 veröffentlichte er ein mehr experimentelles und abenteuerliches Album mit dem Titel “Stay”. Nach einer verdienten Pause vom Musikgeschäft und nach einer ernsten Phase der Selbstfindung von 2005-2008 begann Pittman wieder aufzutreten und plante dann, jedes Jahr ein Album aufzunehmen.

Nach der Veröffentlichung des Album „Everybody Wants To Know“ in 2018 tourte Shawn Pittman erst mal ausgiebig mit dem Tandem bestehend aus dem deutsch-türkischen Musiker Erkan Oezdemir am Bass und seinem Sohn Levent am Schlagzeug. Das funktionierte so gut, dass das Trio ein paar Tage Auszeit in Dänemark nahm und in zwei Tagen Aufnahmezeit und einen Tag Abmischarbeit in den Heyman Studio in Kopenhagen 12 vibrierende Tracks für das 13. Album von Shawns aufnahmen: „Make it right”

Das Album „Make It Right“ (aus der Redaktion):

Die CD „Make it right“ kommt in einer 6-seitigen Klapphülle. Leider liegt diese uns nicht vor, weil doch gerade unsere Redaktion Wert auf Haptik, Text- und Bildinhalte legt. Sie birgt insgesamt 12 Titel, die allesamt sehr sparsam instrumentiert sind, nämlich genau mit den 3 Instrumenten des Trio Gitarre/Gesang, Bass und Schlagzeug der oben genannten Musiker. Der Sound ist damit relativ festgelegt: Old School Blues der feinsten Art und Weise. Mit dieser Instrumentierung hat er ja schon das Album „Full Circle“ mit Trouble Double aufgenommen und damit war er auch auf Tour. Die Songs dagegen sind vielfältig ausgesucht und eingespielt: Blues mit kurzen Echo und Raumhall, als wäre es frisch aus Hallraum des alten Sun Studios in Memphis, Soulstücke, Funkrock und einfach groovender Boogieblues. Das geht es ohne viel Schnörkel immer nur gerade aus und das macht den Blues, wie er von Shawn Pittman gespielt wird, spannend. Das Album startet mit „Done Tole You So“ . Ein einfacher Lick zum Antreiben, repetitive Wiederholung der 2. Stufe, Auflösung mit Break. Und dann das obligatorische aber superbluesige Solo. Alle Stücke kommen in einem fast gebetsmühlenartigen Rhythmus, wo man mitbeten oder mitwippen muss – Kein Entkommen möglich! Eigentlich weiß man, was nach 12 Takten kommt und trotzdem kommt dann manchmal einer kleine Kehrtwende. Sehr beklemmend der Titel „Finger on the trigger“ – I’m gonna shoot you down. Es herrscht zerstörerische Langeweile in der Gesellschaft, die auf dumme Gedanken kommen lässt. Der Titelsong „Make it right“ ist ein schneller Boogie, Gitarrenriff als Intro und Vollgas geht es los. Und plötzlich in der Auflösung für einen Takt Tempo raus. Das Gitarrenspiel von Shawn Pittman ist so energetisch, dass er den Song auch alleine performen kann (Siehe erstes Video unten). „I feel good“ ist ein ähnlich strammer Song, der nur auf einem Riff, Akkord und schnellem Tempo beruht. Und wieder läuft die Bluesgebetsmühle an, die den Zuhörer in Trance versetzt, wie es die Gospelchöre in den Kirchen der afro-amerikanischen Kirchengemeinden machen. Dann mit „There will be a day“ Trendwende zum Funk zu Dritt. Und wieder Richtungswechsel, ein Slowblues in G minor: „How long“ muss er warten und was muss er tun, um von Babe erhört zu werden. Nicht nur Old-School-Blues, auch Old-School-Texte in einer packenden Kombination, wie es fast nur die alten Bluesrecken hinbekommen. Dann wieder bisschen Gas auf das Pedal mit „For right now“. Ein angenehmes Riff im Hauptteil, um dann in der Auflösung ein paar interessante Akkorde und Gesangsphrasen einfliesen zu lassen. Das Solo ein wenig jazzig mit viel Chorus auf der Gitarre, welche den Sound schön vibrieren lässt. Der zweite Teil des Solos dann pure Blues und dann wieder zum Gesangsriff zurückzukehren. Und wieder Richtungswechsel: Purer Soul im Stil von James Brown in „Cold Sweat“, Klasse eingespielt und für Soulfans ein Leckerbissen. Hier dominiert das Solo über den Gesang. „Woke up screaming“ ist ein Shuffle im Stil von T-Bone-Walker – schleifender Rhythmus, der den übernächtigten Musiker gut in Szene stellt, dann scharfe Gitarrenakkorde wie wir sie zum Aufwachen brauchen und dann das Solo zum Kaffee nach dem Sonnenaufgang mit dem Albtraum im Kopf, dass die Teure sich davon gemacht hat. Und so heult er weiter, bis sie wieder da ist. Nichts dramatisch Neues, ein bissel alter Wein im neuen Schlauch. „Let it go“ ist ähnlich nur mit einem verschleppten Tempo. Irgendwann kommt man aber auch hier ins Fusswippen und Fingerschnippen. Der Gitarrensound ist 100% vintage, leicht angezerrter und warmer Röhrensound, sauberer Einzeltöne und bei den kleinen Akkorden oder Doppeltönen wird es herrlich verzerrt. Gleicher Gitarrensound beim Intro für „Fair weather friend“. Der Fair Weather Friend ist der Typ von Mensch, der nur nett und hilfsbereit ist, wenn es ihm opportun erscheint. Ein Slowblues über die Abgründe von Freundschaften. „I’m done“ ist der letzte Song des Albums. Ein schneller Boogie im Vintage Sound, Slidesolo und Backgroundgeschrei zum Mitmachen. The party is over now. Nicht ganz, denn abhängig vom Reisezustand in Europa 2020 ist auch eine Tour im April und Mai geplant, wo dann die Party weitergehen kann. Hier gilt es, die Termine in der Presse zu beobachten, ob sie denn auch stattfinden.

MunichTalk Hörtipp: „Done tole you so!“ und  „Make it right“, weil sie gebetsmühlenartig in die Gehörgänge gehen, „Finger on the trigger“ weil der Text unter die Haut geht und „For right now“, weil es der vielfältigste Song des Album ist.

MunichTalk Resumée: Das Album „Make it right!“ hat er richtig gemacht, der Shaun Pittmann. Trio Blues im Old-School-Blues Sound. Nix Neues aber hält ewig und macht unheimlich viel Spaß zum Zuhören. 

Links: https://shawnpittman.com

Trackliste:

01 Done Tole You So!

02 Finger on the Trigger

03 Make it Right!

04 I Feel Good

05 There Will Be a Day

06 How Long?

07 For Right Now

08 Cold Sweat

09 Woke Up Screaming

10 Let it Go

11 Fair Weather Friend

12 I’m Done

Videos:

Komplett Solo aus dem Album:

Erscheint bei:

Continental Blue Heaven CBHCD 2036

EAN: 8713762320362

6 panel Digipak


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