Bayern – Dein Blues: Muddy What? – Dancing in the Halls


Vor einiger Zeit veröffentlichten Muddy What? ihr zweites Album „Dancing in the Halls“. Da die Band ja jetzt nur noch zu Dritt spielt, interessiert natürlich, wie sich der Sound der Band entwickelt, wenn nur noch Saiteninstrumente die Hauptinstrumente sind. Aber Muddy What? glänzen ja nicht nur mit den traditionellen Saiteninstrumenten wie Gitarren und Bass. Das was Muddy What? so besonders macht, ist Erstens die ausdrucksstarke Stimme von Fabian Spang und Zweitens das einfühlsame Spiel der Mandoline von Ina Spang. Das Ganze wird mehr als subtil untermalt mit Bass und Drums von Michi Lang.  „Dancing in the Hall“ kommt im Pappcover garniert mit einem Booklet, was nur aus Bildern besteht, sorgsam arrangiert von Ina Spang, die auch für das Layout des ganzen Covers verantwortlich ist. Der Text vom Titelsong „Dancing in the Halls“ ist im Cover abgedruckt.

Auf der CD sind ingesamt 9 Nummern, die mehr an ein Roadmovie durch die USA als den Tanz durch die Säle denken lässt. 3 Nummern sind von MuddyWhat? selbst geschrieben, die anderen 7 Nummern  sind z.B. von eher untypischen Bluesern wie BoB Dylan oder Neil Young. Aber die Spur hat Sun House mit einer phantanstischen Coverversion von „Death Letter“ gelegt. Dann folgt „Dancing in the Halls“ von MuddyWhat? selbst. Für mich die ausdruckstärkste Nummer der Albums, in der die 3 oben genannten Attribute von ausgespielt werden. Und die Reise geht weiter: „Down by the River“ begleitet uns musikalisch den Fluß hinunter, der als Textthema wie nichts Anderes den Blues geprägt hat.  Ganz anders ist der Titelsong „Dancing in the Halls“ geworden. Er beschreibt die Traurigkeit einen Moments, während die Straße runter in den Sälen getanzt wird. Die Sentimentalität des Songs, leise durch Gesang und Mandolinenspiel unterstützt, ergreift den Zuhörer. Die Neil Young Nummer „Down by the River“ ist angenehm funky gelungen, obwohl sie nur auf akusticher Gitarre, einem mit Lichtgeschwindigkeit geschrammelter Mandoline und einem Wahnsinnsbass gespielt ist. Ein echter Hinhörer ist „Baby, Stop Crying“ von Bob Dylan. Diese Version hat Gottseidank nichts mehr mit dem Original gemein, sondern ist jetzt eine gestandenen R&B Nummer mit viel sentimentaler Stimmung. Doyle Bramhalls „Change it“ hat leider gegenüber dem Original oder auch der Crossroadsvariaten mit John Meyer ein wenig an Fahrt verloren. Da langsam aber nicht langweilig ist, sorgt „Worried Man Blues“ für eine Fortführung des Tempos. Die immerwährende Geschichte des Mannes, der am Fluss schläft und eine Kette mit 21 Gliedern am Bein trägt. Hier aber weint er 21 Jahre lang und Muddy What? packt das traditionellenThema in ein neues Gewand. Im ursprünglichen Gewand blieb „Rollin‘ and Tumblin‘“, was aber der Schnelligkeit und Internsität des Songs keinen Abbruch tut – Ein verdammt schneller Boogie über das alte Bluesriff. Das vorletzte Lied ist wieder aus der Feder von Muddy What?: „Haven’t seen you for a while“ ist ein eher trauriger Folksong sparsam in Szene gesetzt: Viel Hall, um den Song aus der Tiefe des Herzens kommen zu lassen, Fabian Spangs klagende Stimme und etwas Romantik durch Ina Spangs Mandoline. Wenn Du jemand vermisst, Dich ins Auto setzt und über Land fährts – genau dann spürst Du den Song. Den Abschluss des Albums „Dancing in the Halls“ ist die dritte eigene Nummer „Home bound Train“. Umsteigen auf den Zug, die Zugpfeife faucht und los geht die Reise mit einer schnellen Nummer, die durch das zirpende Spiel der Mandoline richtig Fahrt aufnimmt. Der Drumshuffle und Guitarpicking untermalen die Zugfahrt auf der Reise im Süden.

Munich Talk Resumée: Eine Reise durch Gefühle und den Ursprüngen des Blues und eine Stimme, die den Zuhörer packt. Und dass nur noch Drei den Ton angeben, hat sich Bestens bewährt, da alle beteiligten Musiker subtil und intensiv die Stimmung der Songs auf den Zuhörer übertragen.

Munich Talk Hörtipp: Alles drei Muddy What? Songs, weil sie so was von intensiv sind und von den Traditionals der „Worried Man Blues“. Ja und bei „Baby stop crying“ bleibe ich auch immer hängen.

Bezugsquelle:

Erschienen ist das Album “Dancing in the Halls“ bei Howling Who Records (wen wundert’s). Den Merchandizekanal findet Ihr hier:

https://www.howlinwho.de/musik/dancing-in-the-halls-muddy-what-cd.html 

Songliste:

  1. Death Letter
  2. Dancing in The Halls
  3. Down by The River
  4. Baby, Stop Crying
  5. Change It
  6. Worried Man Blues
  7. Rollin‘ And Tumblin‘
  8. Haven’t Seen You for A While
  9. Homebound Train

Links:

http://muddywhat.de/

Wer schon mal vor dem Kauf der CD reinhören will, kann das hier tun:

https://soundcloud.com/muddy-what/death-letter

Bayern – Dein Blues: Muddy What? – Gone From Mississippi

Videos:


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