Big Daddy Wilson: Deep in my soul


Im April erscheint Big Daddy Wilsons neues Album „Deep in my soul“ und wie der Titel schon erahnen läßt, geht es tief in die Seele des Musikers. Eine Seele, die allumfassend ist und seine Herzdame gleichermassen einschliesst wie das Land, in dem er geboren ist. Es geht um die Frau, die er liebt, welche er auch ohne Geld und Reichtum glücklich machen will. Es geht um Reisen durch die Staaten Mississippi und Alabama und um Freunde, die man nur haben kann, wenn man selbst ein Freund ist. Dafür stehen Songs wie „Mississippi me“ oder  „Ain’t got no money“.

Und warum das alles? Mit „Deep in my soul“ verbindet sich auch mit deep in my south, also eine Coming-Home-Geschichte eines Musikers, der lange in Deutschland gelebt, gearbeitet und auch geheiratet hat und nun am Ende eine Reise durch die USA und vor allem durch den Süden in dem Studio von Jim Gaines einkehrt und dort unter und mit Freunden ein Album des Herzens einspielt. Und wenn man an der Seele kratzt, erzeugt man Schmerz und die dunklen Seiten des Lebens kommen hervor. Der Song „Deep in my soul“ schildert genau diese schmerzvolle Zeit im Leben, wo nur noch der Blues hilft. Aber diese Schmerzen sind auch schöpferisch und lassen tolle Songs entstehen. Somit hat dieses Album nicht nur wundervolle Liebeslieder wie „I know“ oder „Tripping you“ sondern eben auch Songs voller Sorgen und Schmerzen wie den Titelsong „Deep in my soul“ oder „I’m walking“. Letztendlich kombiniert „Voodoo“ als Schlußsongs des Albums alle Verführungen seiner Frau und seines Südens

Die 12 Songs wurden exklusiv von Big Daddy Wilson oder mit seiner Beteiligung geschrieben. Das beliegende Booklet offeriert leider wenig Bilder dieser phantastischen Reise aber dafür alle Texte und vor allem eine lange Dankesliste an alle Beteiligten, die unter der Ägide von Jim Gaines mitgewirkt haben. Jim Gaines selbst ist ein Musiklegende und war quasi ein lebenlang mit einer unendlich langen Liste an Musikern und Produktionen zu Gange. Wen es interessiert: http://www.bessieblues.com/gcredits.html. 

Diese Vielfalt der Musiker haben der schwermütigen Stimme von Big Daddy Wilson eine Leichtigkeit verpasst, die Soul, Blues und Country verbinden, eben genau die Ingredenzien, welche die Musik des Südens ausmachen.  „Voodoo“ ist astreiner Blues Rock, die Zugabe „Couldn’t keep it to my self“ ein Gospeltraditional, „Missippippe me“ eine mit Klavierpassagen groß angelegte Balade, „I got plenty“ eine Folk-/Countrynummer und „Deep in my soul“ eine Mischung aus Soul und Blues. „I know“ mit Bläser arrangierte R&B Nummer und „Ain’t got no money“ entspringt dem Countrystil. Eine Mischung, wie sie es dem Sänger und Komponisten Big Daddy Wilson eben nur ein Team wie die Musiker um Jim Gaines herum ermöglichen.

MunichTalk Resumée: Ein Musiker reanimiert seine Wurzeln auf einer Reise ins gelobte Musikland und macht gelungene Musik als Freund unter Freunden – eine hervorragende Umsetzung dieses Themas. Schreiben könnte man über jede phantastische Nuence an Musik und Instrumentation aber am Besten kaufen, Kopfhöhrer auf und reinhören.

MunichTalk Hörtipp: „Redhead stepchild“, weil er ihre stiefmütterliche Behandlung nicht erträgt und die Enttäuschung sauber mit Blues umgesetzt ist. Und „Deep in my soul“, weil viel blaue Seele drin ist. Und „I’m walking“, weil der Song marschiert aber so was von los. Und „Mississippi me“ packen wir wegen dem schönen Bombastsound noch dazu.

Song list:

01 I Know
02 Ain’t Got No Money
03 Mississippi Me
04 Tripping On You
05 I Got Plenty
06 Hold On To Our Love
07 Deep In My Soul
08 I’m Walking
09 Crazy World
10 Redhead Stepchild
11 Voodoo
12 Couldn`t Keep It To Myself

Video:

Ihr müsst stark sein, wenn Ihr das Video öffnet…

Links:

https://www.bigdaddywilson.com/

Artikel, die bereits bei MunichTalk erschienen sind:

Konzert Review

CD Review


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