Janiva Magness – Love is an army


Trotzdem dass Janiva Magness 2016 zum Grammy nominiert und sieben Mal ein Blues Award Winner war, ist sie hier eher eine unbekannte Sängerin und mit ihrem neuen Album „Love is an army“ könnte sie mit ihre Stimme hier in Europa jetzt auch mehr als nur einen Achtungserfolg plazieren. Mir ist das Album, das am 23. Februar 2018 erschien, genau deswegen aufgefallen, weil Janiva eine große und stilsichere Bandbreite an Stimme und Songs hat. Die 12 Songs von „Love is an army“ kann man grob mit Americana, also einen musikalischen Querschnitt der amerikanischen Musikstile, beschreiben. Das Album kommt mit einem ausführlichen, dreifaltigen Pappcover und einem Textbuch. Gleich der erste Song „Back to blue“ kommt erst als Worksong und driftet nach einem tollen Intro in einen warmen R&B Song mit Orgelsound. Die Stimme hat sofort Soulschmelz mit mächtig Backgroundgesang. Der Song beschreibt das Ende einer Beziehung „It looks like we are slidin‘ down to our end“. In „Hammer“ zeigt sie, dass es nicht nur soft zugeht. Ein Song, straight am Schlagzeug und eher spartanisch instrumentiert, glänz wieder mit Stimme und Harpblues, der von Charlie Musselwhite gespielt wurde. Und hoppla, die Strophenauflösung bringt dann den Hammer mit Bläsern zum Schwingen. Kehrtwechsel in „On and on“ – Hier herrscht Countrystimmung pur. Die Pedal Steel Guitar wimmert und Janiva Magness gibt mit begeisternder Stimme einige Geheimnisse und Fehler aus ihrem Leben preis. „Tell me“ ist wiederum astreiner Blues während der Titelsong „Love is an army“ mehr eine Folkballade ist. Und über den Songs schwebt immer Janiva Magness ihre treffsichere Stimme, die jedem Song ihren Touch gibt: Intensität und Wärme. Und so reiht sich ein phantastischer Song nach dem Anderen einer phantastischen Sängerin auf einem phantastischen Album aneinander. Jeder Song hat seinen Bezug in der amerikansischen Musikgeschichte, egal ob es ein weiterer Countryfolksong wie „Down below“ oder der Song „What’s That Say about you“ ist, der aus der Soulecke kommt. „Home“ ist die musikalische Ausarbeitung des ersten Songs „Black to Blue“, weil hier wieder das musikalische Thema von work songs aufgenommen wird. Wehklagen über Grenzen, verteidigte Heimaterde und missbrauchte Macht. „Love to a gunfight“ erscheint in der momentanen Situation in USA martialisch, aber bei genauen Zuhören geht es um die entwaffnende Macht der Liebe und um die Stärke, wenn man sich zum Frieden vereint.

Munich Talk Tipp:  „Hammer“ ist der Blueshammer und in „Back to Blue“ steckt der Soul und „Tell me“ hat R&B

Munich Talk Resumé: Americana vom Feinsten und Janiva Magness mit einer warmen und begeisterungsfähigen Stimme.

Songliste:

1. Back To Blue (3:47)
2. Hammer (feat. Charlie Musselwhite) (3:04)
3. On And On (feat. Rusty Young) (4:38)
4. Tell Me (3:19)
5. Love Is An Army (feat. Bryan Stephens) (4:35)
6. Down Below (feat. Courtney Hartman) (3:42)
7. What’s That Say About You (3:29)
8. What I Could Do (feat. Delbert McClinton) (4:07)
9. Home (feat. Cedric Burnside) (3:19)
10. Love To A Gunfight (3:47)
11. When It Rains (4:04)
12. Some Kind Of Love (3:17)

Links:

http://www.janivamagness.com/

https://www.facebook.com/JanivaMagness/

Videos:

 


Like it? Share with your friends!

Send this to a friend