Neues aus Frankreich –  Neues vom französischen Label Dixiefrog: Rosedale ist eine französische Bluesrockformation um die Sängerin Amandyn Roses und den Gitarristen Charlie Fabert, welche die Band Rosedale 2016 gründeten und kurzerhand eine EP rasend schnell verkauften und ebenso kurzerhand das Album „Long Way to Go“ im Mai 2017 veröffentlichten. Beide Musiker sind, trotz ihres jungen Alters schon sehr intensiv in der Musikszene national und international unterwegs gewesen. Nun also das erste gemeinsame Album, das gleichfalls überraschend mit einem Vertrag bei Dixiefrog Records einher ging. Was an dieser Formation und an dem Album überrascht, ist die eigenwillige Stimme von Amandyn Roses und die Gitarrenarbeit von Charlie Fabert. Jeder Song hat seinen eigenen und prägnanten Gitarrenlick, mal nah mal weit weg vom 12 bar Blues. Das Album hat insgesamt 9 Titel und der Zeiger schlägt eindeutig nach Blues-Rock aus. Alle Songs sind entweder komplett von Charlie Fabert oder mit ihm geschrieben. Bei „Man, I don’t Want you Around“ und „New Frontier“ ist auch Amandyn Roses beteiligt, ebenso finden wir Charlies Weggefährten Fred Chapellier, Larry L. Telford und Richie Milton auf der Autorenliste. Auch wenn es bis auf das Mixing bei White Light Audio eine technisch rein französische Produktion ist, findet man ansonsten kaum Anzeichen, dass es französische Musiker sind, welche diese phantastische Produktion abgeliefert haben.

Bereits der erste Song „Bad News“ offenbart die Stimmgewalt von Amandyn Roses. Der Refrain ist nicht unbedingt im Bluesschema, aber dafür höchst interessant aufgelöst. „Bad News“ geht sofort ins Ohr und man möchte das Unglück mit hinausschreien. „Soul Possession“ ist ebenso spannend arrangiert. Larry L. Telford steuert den Hammondsound hinter dem Gitarrenriff von Charlie Fabert bei. Bei „Man, I don’t Want You Around“ dominiert die Gitarre von Fred Chapellier. Das Stück selber pendelt zwischen rhythmisch Blues und melodiöseren Südstaatenrock hin und her. „I will never let you go“ – was für ein Gegensatz zu dem Stück vorher: Jetzt sehnsüchtiger Blues, der  Liebesschmerz und vorher die harte Realität, dass er nichts Besonderes ist und sie ihn nicht um sich haben will. Text und Melodie sind eins im Gefühl, das Amandyn Roses perfekt umsetzt. Die Liebe oder Beziehung, das Schicksal oder die Hoffnung sind nahe zusammen und bestimmen authentisch den Inhalt vieler Songs. Der Titelsong „Long Way to Go“ beschreibt den langen Weg, bis es endlich passt. Das Album von Rosedale ist einerseits bestimmt von Amandyn Roses Gesang aber auch von Charlie Faberts Gitarrenspiel. Dort findet man Spuren aller großen Gitarristen der Blues- und Rockszene. Nach eigenen Worten waren es Led Zeppelin und Jimmy Page, welche Charlie Fabert beeinflussten. Satter Gitarrensound und Riffs, die sich mit melodiösen Solos abwechseln. Der „frankophilste“ Song, wenn man überhaupt französische Spuren ausmachen kann, ist „Before You“. Ein trauriger Song, nahe am Chanson, mit dem Gitarrensound der 60er, erzählt von dem langen und harten Weg, bis er ihr über den Weg lief. Ein komplett anders arrangierter Song ist „New Frontier“. Anfänglich akustische Gitarren, die dann schnell in Charlie Faberts Rockgitarre übergehen. Der Song zeigt den notwendigen Übergang zu neuen Grenzen auf, genau so wie ihn die Deltablueser mitgemacht haben, als sie den akustischen Blues über die Grenzen des harten Chicagoblues gehoben haben. Der Song endet in einer durchaus angloamerikanischen Version, nachdem er doch mehr afroamerikanisch gestartet hat.  Mein Favorit des Albums „Long Way To Go“ von Rosedale aber ist „When Evil Sets Its Sights On You“, das unten als Livevideo inklusive eines Drumsolos gezeigt wird.

Das Originalalbum lag mir bei der Rezension noch nicht vor, aber das Downloadmaterial des Covers und des Booklets bargen schon vielversprechende Information ganz nach dem Gusto des Redakteurs.

Die Band besteht aus:

Amandyn Roses : Gesang (Chant Lead)
Charlie Fabert : Gitarre (Guitare)
Pierre-Alain Goualch : Keyboards (Claviers)
Denis Palatin : Schlagzeug (Batterie)
Philippe Sissler : Bass (Basse)
 
Das Album selbst wurde aber im Wesentlichen von Amandyn Roses, Charlie Fabert, Phil Sissler, Guillaume Pihet, Philippe Billoin und Nathalie Theverny-Saegert eingespielt. Ich habe mal die französischen Musikerfachausdrücke stehen lassen. Das Wort Batterie erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Und wer sein Schulfranzösisch aufpolieren will, hat hier Gelegenheit, auf französisch etwas über Rosedale zu erfahren:

Play list:

1 Bad news
2 Soul possession 
3 Man, i don’t want you around 
4 I will never let you go 
5 Long way to go 
6 When evil sets its sights on you 
7 Before you 
8 Lost soul 
9 New frontier 

https://www.rosedale-music.com/en

oder für französischsprechende Bluesfans: https://www.rosedale-music.com/


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