Bis mir die brandneue CD „Why I Choose to Sing the Blues“ in die Hände fiel war mir Derrick Procell nicht bekannt. Der Hinweis auf das Album kam aus Chicago, wo Derrick Procell längst zu den bekannten Produzenten, Songwritern und Bluesmusikern gehört und große Anerkennung in der Szene erfährt.

Derrick Procell ist kein Youngster im Geschäft, er hat bereits zwei erfolgreiche Alben unter seinem Namen veröffentlicht. Ich konnte nur herausfinden, daß er in Milwaukee MI aufwuchs und von den seinerzeit erfolgreichen Bands wie Bob Seeger, Ray Charles, Procol Harum, Eric Burdon oder Little Feat musikalisch beeinflußt wurde. Er war als Sänger, Keyboarder, Bassist und später auch als Harpspieler Mitglied mehrerer Blues- und Rockbands aktiv. Mit seiner College Band „Parchement Farm“ brachte er es zu regionaler Bekanntheit.

Der Schlüssel zum Erfolg lag und liegt wohl wesentlich in Derrick Procells Stimme – bluesig, soulig, angeraut. In Kombination mit vollem Einsatz und Engagement entsteht ein Sound, dem man sich nicht entziehen kann. Man hört den Spaß, den Derrick Procell bei seiner Performance hat.

Seit längerem hat er sich gemeinsam mit seinem Partner, dem bekannten Texter Terry Abrahamson, wesentlich dem Songwriting zugewandt. Aus dieser Partnerschaft ist eine Reihe bekannter Hits hervorgegangen – auch von den zwölf Songs des vorliegenden Bluesalbums sind elf Stücke das Ergebnis der Zusammenarbeit. Für den Bonus Track „Too Much“ zeichnet Derrick Procell sowohl verantwortlich für die Musik als auch für den Text. „Too Much“ gewann vor kurzer Zeit den Berghoff Beer Blues Song Contest.

Derrick Procells Musik taucht in einer großen Anzahl von Werbespots sowie in erfolgreichen TV-Serien auf. The Office, Boston Legal, True Blood und Criminal Minds bedienen sich gern aus seinem Repertoire oder beauftragen ihn.

Wer Glück hat, kann ihn auch auf der Bühne sehen; er tritt u.a. als Sänger in der Joe Cocker Tribute Band seines Freundes Doug James auf (Mad Dog Tribute Band). Hier ein Video das vieles von dem zeigt, was ich weiter oben beschrieben habe:


Musikalisch ist „Why I Choose to Sing the Blues“ eine Reise von Chicago in das Delta und zurück. Derrick Procell beherrscht alle Stile meisterhaft und läßt uns teilhaben. Die Songs sind teils etwas älter und überzeugen durchgängig ob ihrer musikalischen und lyrischen Qualität. Der absolute Anspieltipp ist „Who Will Tell Lucille“ der in Erinnerung an den großen B.B. King entstand und sich mit der Frage auseinandersetzt, wer denn nun Lucille erklärt, daß B.B. King nicht wiederkommen wird. Musik und Text schaffen dem großen alten Mann des Blues ein wunderbares Denkmal!

Beim Anhören des Albums wird jeder den Song finden der ihn anspricht und/oder zum Nachdenken anregt. Derrick Procell erklärt uns auch recht verständlich, warum er sich entschlossen hat, den Blues zu singen:


Zur Verstärkung hat Derrick Procell neben anderen hervorragenden Musikern für die Studioaufnahmen so bekannte Musiker wie Eddie Shaw, Bob Margolin und Billie Branch gewonnen.

Derrick Procell hat mit „Why I Choose to Sing the Blues“ ein großartiges, engagiertes, qualitativ hochwertiges und mitreißendes Album geschaffen, das uns in seinen Bann zieht. Das Album erschien im Selbstverlag; ich habe den Eindruck, daß er primär etwas von und über sich zeigen will, der kommerzielle Erfolg steht nicht im Vordergrund. Vielleicht ist das Album ja deshalb so gut und erfolgreich. Dicker Kauftipp!

Artist:                    Derrick Procell

Album:                  Why I Choose to Sing the Blues

Label:                    Self Released

Release Date:       11/22/2016

http://www.derrickanamerican.com/home


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