Greyhound George bringt eine neue CD heraus und zwar sein 7. Album. Dazu hat er sich wieder Andy Grünert eingegeladen, der ihn mit Gesang und seinen Harmonicas unterstützt. Das Album heißt „The longest road I know“ und der Name ist symbolträchtig. Das Album wurde in eine Lokal an der Bundestraße 61 in Gütersloh aufgenommen bzw. abgemischt und nimmt damit deutlichen Bezug auf den Highway 61 bzw. dem „Sixty One Highway“ von Fred Mc Dowell, der ebenso wie 12 weitere Songs auf das Album gepresst ist. Bis auf drei Nummern aus der Feder von Greyhound George sind alles Covernummern von bekannten Deltamusikern, die irgendwann mal irgendeinem Highway  gefolgt sind, um ein besseren Leben zu suchen oder auch nur nahe bei ihren Liebsten zu sein. Covernummer ist inhaltlich vielleicht der korrekte Ausdruck, dennoch haben Greyhound George und Andy Grünert den Songs oft ein neues Arrangement verpasst und erst beim genauen Hinhören der Textpassagen erkennt man dann interessante Versionen von Willie Dixons „I just wanna make love to you“ oder dem „Midnight Special“ von Huddie Ledbetter. „I just wanna make love to you“ kommt als swingende Nummer mit Jazzelementen auf der Gitarre und musikalisch einer meine Favoriten des Album. Dass der Blues auch sehr aktuell sein kann, zeigt „Fashion Girl“. Die Liebste verprasst sein Geld mit Mode, er muss ihre (Achtung !) Mobilrechnung bezahlen und wenn das Geld alle ist, muss die Kreditkarte herhalten. Die Redaktion hofft, dass Greyhound George hier nur rein fiktiv geschrieben hat und der Song keine autobiografischen Züge hat.  Auch „Clarkesdale Groove“ ist von Greyhound George selbst geschrieben, hat Züge von „Help me“ allerdings ergänzt durch interessante Harplicks, die den Song dann die eigene Note verpassen. „Sick and Tired“ ist mein Favorit, wenn Andy Grünert am Mikrophon agiert. Der Song ist leicht mit Rumba oder Chachacha unterlegt, was ihn wiederum spannend bis zum letzten Takt macht: Cha Cha Cha!

Das Album entzückt den CD-Sammler, weil es mit vielen Bildern der Amerikareise der beiden Musiker ausgestattet ist. Bitte erinnern: Das Duo wurde Anfang 2016  als Vertreter Deutschlands an der „International Blues Challenge“ nach Memphis geschickt. Die damit verbunden Reise ist mit tollen Bildern dargestellt. Das Photo am Erinnerungsstein von Robert Johnson ist da genau so ein Muss wie ein Schnappschuß am Sun Studio.

Mit Andy Grünert hat Greyhound George eine phantastisch komplementäre Ergänzung. Beide singen und das auch noch auf unterschiedliche Weise. Dadurch erscheint das Album abwechslungsreich. Die Stimmen der beiden Sänger sind nicht die typischen afro-amerikanischen Stimmen ihrer Vorbilder, beide haben ein eher anglo-amerikanische Ausprägung. Dadurch erscheinen die Texte aber auch transparenter und wir Europäer können ihnen besser verfolgen und die alten Inhalte verstehen.

Auch wenn der „Stranger’s Blues“ von Tampa Red aus den 1930’ern stammt, hat er doch einen aktuellen Bezug: „Just because I’m a stranger everybody wants to dog me around .. I wonder how can some people dog a poor stranger so“ –  Da könnte sich so mancher Flüchtling wiedererkennen.

Insgesamt ist „The longest road I know“ ein schönes und musikalisches Reisedokument von Greyhound George und Andy Grünert entlang des Highway 61 und des Mississippi und der Geburtswiege des Blues. Das Album erscheint am 29. Oktober 2016 und wird im Bielefelder „Chamber Unlimited“ offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.  Erschienen ist es bei Apple Street Music und vertrieben wird es bei Rockwerk Records Label

http://www.greyhound-george.de/


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