Tribute to the KINGS – Summertime Blues am 13.07.2016 in der Bischofsmühle Hildesheim

Text und Bilder: Torsten Rolfs

Bereits im März erhielt ich die Einladung zu dieser wunderbaren Veranstaltung. Till Seidel hatte schon im letzten Jahr die erfolgreiche Summertime Blues-Reihe als  Sommerpausenprogramm in der Bischofsmühle Hildesheim mit Achim Mennecke initiiert. In 2015 konnte ich den Harmonica-Blowout mit Dieter Kropp (Detmold), Martin Bohl (Hamburg) und Michael Arlt (Hildesheim) sowie den Bluesanovas und der Till-Seidel-Band in dieser Veranstaltungsreihe erleben.

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Also machte ich mich am Mittwoch, den 13.07.2016 auf den Weg von Bremen nach Hildesheim. Dieser musikalische Abend war den drei Kings, Albert, B.B. und Freddie King, gewidmet. Drei der besten Vertreter der deutschen Blues-Gitarristen-Szene stellten sich dieser Aufgabe: Till Seidel, Andreas Arlt und Kai Strauss. Begleitet wurden sie in wechselnden Besetzungen von Henning Hauerken am Bass, André Werkmeister am Schlagzeug und Fabian Fritz am Klavier, und ja dem geneigten, informierten Leser fällt auf: Das sind ja die Bluesshacks. Ebenso trommelte Malte Albers und Nico Dreier bediente die schwarz-weißen Tasten.

Till Seidel begann den Abend mit einem Albert King Instrumental um dann im folgenden Stück von B.B.King, den typischen King-Ton zu treffen. Dies gelang ihm vor allem auch gesanglich, da er den Sangesstil des jungen Riley King gut traf. Hier darf sich die deutsche Bluesszene über ein neues, hoffnungsvolles Bluestalent freuen.

Nach dieser Introduktion folgten die Arlt-Brüder. Neben Andreas an der Gitarre sang Michael in gewohnt souveräner Art. Jetzt könnte man meinen, es wäre ein Bluesshacks-Abend, denn die Band stand schließlich komplett auf der Bühne. Dieser Gedanke kam mir aber gar nicht. Maddy Arlt betont leger im T-Shirt und Andreas im schön gülden glänzenden Anzug machten den Session-Charakter des Abends auch für die Augen sichtbar. Das faszinierendste dieses Abschnittes war, dass man die Spielweise, den Ton von Andreas Arlt heraushörte, er aber mit einem Augenzwinkern immer wieder die Kings gekonnt zitierte. Und das muss man erst mal hinbekommen, den eigenen Stil in das tonale Zitat mit einzubringen, einfach grandios. Lediglich die Häufung von Off-Beat-Begleitungen durch das Klavier fiel mir auf, aber dem Publikum machte dies alles besonders Freude, sodass bereits nach dreißig Minuten das Publikum voller Begeisterung happy mitsang.

Danach sagte Till Seidel den dritten Gitarren-Gast des Abends an und es betrat Kai Strauss die Bühne. Und es wurde intensiv, Kai arbeitete sich an den Stücken förmlich ab. Da wurde kein Ton beliebig gesetzt, jede Pause zwischen den Tönen bewusst ausgekostet. Und er ließ die Intensität eines Freddie King spürbar werden, bzw. wie Kai sagte, dass dessen Power mal raus müsste. Dass Blues auch positives im Text haben kann, zeigte er mit einem Song von B.B.King „I’ve Got A Right To Love My Baby“. Und nicht nur den Mädels gefiel dieses Stück. Beim letzten Stück vor der Pause kam noch Nico Dreier auf die Bühne, um Klavier zu spielen und Fabian Fritz legte einen fulminanten Orgelteppich bei Albert Kings „You´re gonna need me“. Nach einer Stunde war das erste Set wie im Fluge vergangen, intensiv, spannend und so ging es auch im zweiten Set weiter.

Till Seidel heizte die anwesenden Gästen wieder ordentlich ein. Und dieses Publikum konnte auch die Musiker begeistern. Die Bischofsmühle zeigte sich wieder als wirkliche Bluesheimstatt. Kai Strauss machte in seiner Stückauswahl im zweiten Set klar, dass die Kings auch maßgeblich die Pop- und Soulmusik der beginnenden 70er Jahre mit beeinflussten (u.a. „She´s a burglar“ von Freddie King). Den swingend-rock´n rolligen Part übernahmen dann wieder Andreas und Michael Arlt. Mit dem geradzu poppigen B.B.King-Song von 1974 „I Like To Live The Love“ kamen am Schluss in der vom Publikum vehement erklatschten Zugabe alle Gitarristen auf die Bühne und Till und Maddy sangen im Duett, so wie Bobby Blue Bland mit B.B.King. Damit ging eines der besten Konzerte, das ich dieses Jahr erleben durfte zu Ende.


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