GProject Blues Band: Diversified


Das seit langer Zeit angekündigte und am 26.11.16 zur Releaseparty vorgestellte Album „Diversified“ der GProject Blues Band ist nun auch auf unserem Redaktionsschreibtisch gelandet. Hier wieder ein gutes Beispiel, wie man eine CD interessant verpacken kann: Ein ausführliches Booklet mit allen Texten und dem Lineup bei den Aufnahmen. 14 Songs, ein Howlin‘ Wolf Zitat und 4 Mixversionen sind zu finden. Und außer zwei Bluesstandards stammen bemerkenswerterweise alle Nummer von der GProject Blues Band. Der Albumname „Diversified“ verspricht Vielfalt und wir werden sehen, was da geboten ist.

Das Album startet mit dem berühmten Zitat aus einem Videoclip von Howlin‘ Wolf mit seiner Sicht des Blues. Hier wird man auf das Kommende eingenordet. Was mir beim ersten Durchhören sofort auffällt: Die Technikverliebtheit –  Alle Nummern sind mit viel Hall hinterlegt, dessen Hallradius von Rosenheim bis München geht. Dadurch wirken die Nummer sehr bombastisch, fast ein bisschen künstlich. Fein ist, dass die Texte nachlesbar sind. Sie handeln von den üblichen Klischees der aufrichtigen, aber einsamen Bluesmänner, vom plötzlichen Reichtum des entdeckten Musikers, der aber trotzdem nicht glücklich wird. „The letter“ ist eine klassische Bluesballade, schön traurig, schöner Break in der Auflösung und viel Gefühl.  In „Who is Muddy Waters“ wird erklärt, wer Muddy Waters ist. Inhaltlich richtig, aber etwas banal und musikalisch geht diese Nummer weit an einem Muddy Waters Sound vorbei. Ebenso ist die zweite Coverversion auf dem Album „I love the life I live“ weit vom Original weg und kann mit einer Interpretation nicht entschuldigt werden. Dafür ist „200 words“ eine authentische Country Blues Nummer und handelt, wie so oft, vom ewigen verbalen Diskurs zwischen Mann und Frau: Dort wo er mit 24 Worten auskommt, textet sie ihn mit 200 Worte zu. Von „Patience is an Option“ gibt es zwei Versionen: Beides sind schnelle und rockige Versionen einer Nummer vom hämmernden Klavier getrieben und vom Enttäuschten erzählend. Die Frage an TomBo, für das das G im Namen der Band steht, sollte mit dem Song „GProject Theme“ erklärt sein. Ich lese: „It’s the G, standing for great…giant“. Hier gefällt mir der Tempowechsel innerhalb des Songs. Das ist G und diversified! Auch von „Nobody else“ gibt es zwei Versionen. Die erste Version ist funky und inhaltliche wieder die unendliche Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau um Geld, Ringe und Autos und die Neuausrichtung nach den Enttäuschung der Beziehung. Satte Funknummer mit Slapbass und was man sich so wünscht. Die zweite Version ist dafür voller Soul mit zuckersüßen Schmerz. „The letter home version“ also Outro klingt wie im Wohnzimmer aufgenommen und gewinnt damit an hoher Intensität und Authentizität – Das könnte auch nebenan in einem Delta Juke Point  aufgenommen sein. Mein persönlicher Favorit auf dem Album „Diversified“ ist „That is why it’s called the Blues“. Nomen est omen –  ein langsamer und schwerer Blues, ein Rhythmus, der begleitet von sauberen Gitarrensolos den Blues ins Gemüt hämmert.

Und wer aber ist die GProject Blues Band?

  • TomBo-drums
  • Jamie Ransom-bass & voc
  • Staudi Staudenmeyer-piano, organ, git & voc
  • Leo Kyriakakos – git & voc
  • Als Gastmusiker erscheint: Mark Lawrence Johnson, horns

Zurück zur Frage, ob das Album „Diversified“ ist.  Die Arrangements sind manchmal gewöhnungsbedürftig und lassen gelegentlich die Hand eines Produzenten, der nicht ein Teil der Band ist, vermissen.  Aber wir finden blueszentrisch eine lange Reihe von eigenen Songs, die zwischen Blues, Blues Rock, Boogie und Funk Soul pendeln und das Gefühl und die Intension des Blues mit sich führen.  Seit erinnert: “ See, the  Blues come from way back“ Da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein, auch wenn er nicht der absolute Bluesnik ist.

http://www.gproject-blues.de/

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